Schülerfirma – Snacks4you

VR Bank eG Bergisch Gladbach und Schüler der Sekundarschule Overath gründen Schülergenossenschaft

Overath. Passend zu dem Jahr, in dem die UNESCO die Genossenschaftsidee in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen hat, haben die Leonardo da Vinci Sekundarschule Overath und die VR Bank eG Bergisch Gladbach eine Schülergenossenschaft gegründet. In der Gründungsversammlung am Montag (29. Mai 2017) in der Aula des Schulzentrums Cyriax haben 26 Schülerinnen und Schüler ihre Firma „Snacks4U eSG“ aus der Taufe gehoben.

Vorstand

Die Geschäftsidee: Attraktive und bezahlbare Pausensnacks für Schüler und Lehrer herstellen und verkaufen. Dazu wollen die Schülerinnen und Schüler in der Schülergenossenschaft zum Beispiel Brezeln, Hot-Dogs, Brotspieße und Smoothies frisch zubereiten und ein- bis zweimal wöchentlich in der großen Pause anbieten. Die Snacks sollen zwischen 0,50 und 3 Euro kosten. Durch regelmäßige Zufriedenheitsbefragungen sollen die potentiellen Kunden auch Wünsche äußern dürfen. Die Besonderheit: Bei der Snacks4U steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Förderung der Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schülern im Vordergrund. Geschäftsidee, Name und Logo entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigenständig.

Gründungsmitglieder beschließen Satzung, wählen Vorstand und Aufsichtsrat
„Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler optimal auf den Berufsalltag vorbereiten. Dazu gehören auch wirtschaftliches Denken und Handeln. Eine von Schülern geführte Firma bietet dazu beste Voraussetzungen“, so Schulleiterin Barbara Schön bei ihrer Begrüßung. Bürgermeister Jörg Weigt, der die Gründung gespannt verfolgte, betonte in seiner Ansprache, dass der im Bergischen weit verbreitete genossenschaftliche Gedanke gut zur Schule passe und zollte den Schülerinnen und Schülern Anerkennung. „Wie engagiert die Schüler hier zu Werke gehen, verdient Respekt. Das ist gut für Overath. Aber vor allem werdet Ihr die Erfahrungen, die ihr macht, und die Verantwortung, die Ihr übernehmt, für euer weiteres Berufsleben gut gebrauchen können.“

Im Rahmen der gut besuchten Versammlung wurden alle erforderlichen Beschlüsse getroffen, die Satzung verabschiedet und die Gremien, Vorstand sowie Aufsichtsrat gewählt – Themen, mit denen sich die Schüler im Unterricht bereits ausführlich auseinandergesetzt hatten. Mitglieder der Genossenschaft können Schüler, Lehrer und alle Personen werden, die sich der Schule verbunden fühlen. Jedes Mitglied steuert zehn Euro Beitrag zum Gründungskapital bei.

Die gewählten Vorstände Jan Caspers, Antonia Taudt, Niklas Fegers, Celine-Sophie Löderich und Eugenio Selimi freuen sich schon darauf mit Ihrem Team nun endlich loszulegen. In den Aufsichtsrat wurden der Schüler Max Sicking, die Lehrerin Michaela Scholz und Markus Fischer, Marketingleiter der VR Bank eG Bergisch Gladbach, gewählt.

Unterrichtstechnisch wird das Projekt „Schülergenossenschaft“ in einen Pflichtkurs der Jahrgangsstufen 8 und 9 integriert. Die Betreuung von Seiten des Lehrerkollegiums liegt in Händen der zwei Fachlehrerinnen Linda Stumpp und Michaela Scholz.

Mit der VR Bank eG Bergisch Gladbach steht den Schülern ein Partner zur Seite, der selbst genossenschaftlich organisiert ist und mit der Schule seit Jahren partnerschaftlich zusammenarbeitet. Markus Fischer: „Die Gründung einer Schülergenossenschaft ist die ideale Gelegenheit für junge Menschen zu lernen, wie ein Unternehmen funktioniert. Deshalb haben wir sehr gerne die Patenschaft übernommen und stehen mit unserem genossenschaftlichen Fachwissen Schülern und Lehrern in jedem Stadium mit Rat und Tat zur Seite.“

Hintergrundinfo
Schülergenossenschaften sind von Schülerinnen und Schülern in Eigenverantwortung geführte Übungsunternehmen. Sie bieten Schülerinnen und Schülern aller weiterführenden Schulen ein praxisorientiertes Lernfeld. Im Mittelpunkt dabei stehen nicht nur der Erwerb ökonomischer Grundkenntnisse, sondern vor allem auch die Förderung persönlicher Schlüsselqualifikationen und die Vermittlung solidarischer und demokratischer Handlungsprinzipien, von denen sie weit über ihre Schulzeit hinaus profitieren.